Die Fahrt nach Huanchaco begann mit einem Nachtbus. Ein Abenteuer für sich. Während andere Menschen im Schlaf anmutig wirken, entwickle ich im Halbschlaf eine erstaunliche Fähigkeit, jeden verfügbaren Winkel meines Sitzplatzes für die absurdesten Schlafpositionen zu nutzen. Natürlich ohne dabei tatsächlich erholsam zu schlafen. Als der Bus schließlich am frühen Morgen hielt, krochen wir wie Zombies ins Tageslicht – willkommen in Huanchaco!
Chan Chan: Eine Stadt aus Lehm und Geschichte
Nach einer schnellen Dusche und einem Kaffee wagten wir uns zu den beeindruckenden Ruinen von Chan Chan. Eine Stadt aus Lehm, die einst die Hauptstadt des Chimú-Reiches war, bevor die Inka das Sagen übernahmen. Die Ruinen sind riesig, labyrinthartig und voller faszinierender Details – von Fischmotiven an den Wänden bis hin zu Spuren der einstigen Wasserwege.
Unser Guide war ein älterer Herr mit Leidenschaft für die Geschichte, der uns mit einem Mix aus peruanischem Akzent und durch die Stätte führte. Ich verstand das meiste – zumindest bildete ich mir das ein. Ganz anders meine australischen Reisebekanntschaften. Für sie schien der Guide in einer völlig anderen Sprache zu sprechen. Ihre Gesichter wechselten zwischen angestrengtem Zuhören und völliger Verwirrung.
„Wie könnt ihr das alles verstehen?“ fragte mich eine von ihnen später.
„Es ist Englisch“, antwortete ich, immer noch perplex.
Doch im Gespräch stellte sich heraus, dass sie in der Schule nie eine zweite Sprache gelernt hatten. Es fehlte ihnen schlicht das Verständnis für andere Sprachmelodien oder Akzente. Eine Erkenntnis, die mich beeindruckte. Wie sehr prägen uns die Möglichkeiten, die uns früh geboten werden?
Huanchaco: Wellen, Sonne und Entspannung
Am Nachmittag ging es nach Huanchaco, einem entspannten kleinen Strandort in der Nähe. Hier schienen die Uhren langsamer zu ticken. Wir beobachteten Surfer, die sich wagemutig in die Wellen stürzten, und Fischer, die auf traditionellen „Caballitos de Totora“ – Schilfbooten – aufs Meer hinausfuhren.
Die Sonne tauchte den Himmel in sanfte Pastellfarben, als wir schließlich auf einer Klippe standen, um den Sonnenuntergang zu genießen. Ein Moment der Stille, der alles andere ausblendete.








