Wie kalte Duschen, Schlammmasken und Käse-Schnaps mich das Glück neu lehren konnten.


Nachdem ich zwei Tage das Großstadtfeeling von Quito genossen hatte – hupende Taxis, majestätische Kolonialbauten und der Duft von frisch gebrühtem Kaffee an jeder Straßenecke – ging es für die nächsten Tage zurück in die Wildnis. Kein Internet – Dschungel pur. Der Plan: Leben bei Einheimischen, Eintauchen in eine Welt ohne Hektik, dafür mit der Garantie, nie Langeweile zu verspüren. Und tatsächlich: Die kommenden Tage sollten mich mehr lehren, als ich erwartet hatte.

Wir starteten mit einer Überlandfahrt nach Tena, einem Städtchen am Rand des Amazonas-Regenwalds. Von dort ging es noch einmal 45 Minuten mit einem Truck in die Gemeinde Pimpilala – und damit mitten ins Abenteuer.

Willkommen im Dschungel – und bei der Gastfreundschaft der Quechua

Die Familie, bei der ich drei Nächte verbringen durfte, begrüßte mich mit einem herzlichen Lächeln und einem Becher Tee, der nach Kräutern schmeckte, die ich nicht benennen konnte. „Das Leben hier ist einfach“, sagten sie, „aber voller Freude.“ Ich war gespannt.

Langweilig? Keine Spur. Wir erklommen Wasserfälle, ausgerüstet mit Regenschuhen und Badehose, und ließen uns von den donnernden Wassermassen duschen – kalt, klar, erfrischend. Und dann war da noch diese Schlammmaske: Ein Beauty-Treatment aus dem Boden des Regenwalds, das mich eher wie eine  Dschungelkrieger aussehen ließ. Der Abend endete am Lagerfeuer, mit Marshmallows und Geschichten, die uns alle zum Lachen brachten.

Was ich über Glück gelernt habe

Diese Reise hat mir gezeigt, dass Glück nichts mit Perfektion zu tun hat. Es ist der Moment, in dem du mit dreckigen Schuhen in einer Schlammkuhle steckst und trotzdem lachst, weil du weißt, dass die Menschen um dich herum das Gleiche tun. Es ist die Erkenntnis, dass Schokolade besser schmeckt, wenn man sie selbst macht, und dass Käse-Schnaps zwar ein Abenteuer ist, aber definitiv kein Feinschmeckertraum. Und es ist die Einsicht, dass kalte Duschen dich nicht nur wach machen, sondern auch lebendig fühlen lassen. Man gewöhnt sich an alles – und manchmal sogar mit einem Lächeln.

Tena mag kälter gewesen sein als Panama, aber es hat mein Herz erwärmt. Glück ist einfach – wenn wir uns darauf einlassen. Und das Beste daran? Es braucht keine fünf Sterne, keinen Empfang und keinen Plan. Nur dich, ein bisschen Mut und die Offenheit, etwas Neues zu probieren.