Die Sonne war gerade erst aufgegangen, als ich mich auf den Weg zum Flughafen machte. Die Vorfreude auf die bevorstehenden Abenteuer in Südamerika kribbelte in meinem Bauch. Eine neue Gruppe, neue Erfahrungen – ich wusste, dass mich bleibende Eindrücke erwarten würden. Nach einem angenehmen Flug landete ich in Quito, auf 2.800 Metern Höhe. Die dünne Luft ließ mich ein wenig schnaufen, doch die Aufregung hielt mich auf Trab.

Im Hotel angekommen, erinnerte ich mich an eine Free Walking Tour, von der ich zufällig gelesen hatte. Ein kurzer Blick ins Internet verriet mir, dass die Tour in dreißig Minuten starten und ganz in der Nähe meines Hotels beginnen würde. Perfekt, dachte ich, das Nachmittagsprogramm war gesichert.

Pünktlich fand ich mich am Treffpunkt ein und wurde von unserem Guide begrüßt, einem freundlichen und gut gelaunten Einheimischen. Zusammen mit einer kleinen Gruppe anderer Reisender machten wir uns auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Er führte uns durch die engen, gepflasterten Straßen, vorbei an farbenfrohen Häusern und prächtigen Kolonialbauten.

Unsere erste Station war die Basilica del Voto Nacional, eine beeindruckende neugotische Kirche, deren Türme die Skyline von Quito dominierten. Weiter ging es zur Plaza de la Independencia, dem pulsierenden Herzen der Stadt. Hier erfuhren wir mehr über die Geschichte Ecuadors und die wichtigen politischen Ereignisse, die sich auf diesem Platz abgespielt hatten. Wir bewunderten die prächtigen Gebäude, die den Platz umgaben, darunter der Regierungspalast und die Kathedrale von Quito.

Doch das wahre Highlight des Tages wartete noch auf uns – ein Besuch auf einem lokalen Markt. Als wir uns dem Markt näherten, konnte ich bereits die lebhaften Farben und die Geräusche der Händler wahrnehmen, die ihre Waren anpriesen. Der Duft von frischen Früchten lag in der Luft, und meine Neugierde wuchs mit jedem Schritt.

Am ersten Stand, den wir besuchten, begrüßte uns eine freundliche Marktfrau mit einem strahlenden Lächeln. Ihr Stand war ein wahres Fest für die Sinne: Haufenweise exotische Früchte, von denen ich viele noch nie zuvor gesehen hatte. Es war ein wahres Paradies für jeden Obstliebhaber.

Unser Guide erklärte uns die Namen und Besonderheiten der verschiedenen Früchte, während die Marktfrau uns großzügig Kostproben anbot. Ich probierte eine Frucht namens Chirimoya, deren Geschmack mich an eine Mischung aus Ananas und Banane erinnerte – süß und erfrischend. Dann entdeckte ich die Pitahaya, auch bekannt als Drachenfrucht, deren leuchtend gelbes Äußeres und saftiges, süßes Inneres mich sofort begeisterten.

Besonders fasziniert war ich von der Naranjilla, einer Frucht mit einem leicht säuerlichen Geschmack, die mich an eine Mischung aus Tomate und Limette erinnerte. Die Marktfrau zeigte uns, wie man die Frucht am besten isst, und ich genoss jede köstliche, saftige Probe.

Nach dem Marktbesuch setzten wir unsere Tour fort und besuchten weitere faszinierende Orte in Quito, darunter das bunte Viertel La Ronda, bekannt für seine Kunsthandwerksläden und charmanten Cafés. Dort trafen wir auf einen Straßenkünstler, der uns mit seiner Jonglage beeindruckte und uns schließlich alle dazu brachte, es selbst auszuprobieren. Nach einigen peinlichen Versuchen und vielen Lachern schaffte ich es tatsächlich, drei Bälle für ein paar Sekunden in der Luft zu halten – ein kleiner persönlicher Triumph.

Als ich am Ende des Tages erschöpft, aber glücklich in mein Hotel zurückkehrte, hatte ich noch ein wenig Zeit für mich, bevor das eigentliche Abenteuer begann. Die Gruppenreise würde am nächsten Abend mit einem Welcome-Treffen starten, und ich war gespannt darauf, meine Mitreisenden kennenzulernen. Mein Zimmer würde ich mit Suhini teilen, die drei Jahre älter war als ich, in England lebte, aber gebürtige Inderin war. Wie sich am nächsten Tag herausstellte verstanden wir uns auf Anhieb bombe – Jackpot!

Quito hatte mir nicht nur seine Geschichte und Kultur nähergebracht, sondern auch meinen Gaumen mit unbekannten, köstlichen Früchten verzaubert. Es war ein Tag voller Entdeckungen, lustiger Anekdoten und wunderbarer Erinnerungen, die ich für immer in meinem Herzen tragen werde.